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Malteser Kiel

Kiel – Klaipėda: Henriette Hirnstein schaute über den Malteser-Tellerrand

Malteser bieten internationales Austauschprogramm an

11.03.2019
Gepäck für vier Wochen - Henriette Hirnstein reist heute Abend nach Litauen. Foto: Paul Hirnstein
Gepäck für vier Wochen - Henriette Hirnstein vor ihrer Abreise. Foto: Paul Hirnstein
Bei der Arbeit mit den Patienten
Fotos: Malteser Litauen

Kiel/ Klaipėda. 19 Stunden auf der Fähre, 900 Kilometer gen Osten, eine unbekannte Gastfamilie und viele neue Aufgaben in fremder Umgebung. Für die Kieler Stadtbeauftragte und stellvertretende Leiterin Sanitätsdienst, Henriette Hirnstein, war ihr Aufenthalt in Litauen ein weiter Blick über den Malteser-Tellerrand.
Die 26-Jährige hat Ende Februar am Malteser-Programm „Skilled Volunteers“ (erfahrene Freiwillige) teilgenommen. Es vermittelt deutsche Malteser in Partner-Länder, um dort Erfahrungen sammeln und Menschen in Not helfen zu können. Henriette Hirnstein ist hauptberuflich Physiotherapeutin und hatte sich entschieden, in Litauen für vier Wochen die örtlichen Malteser bei der häuslichen Pflege zu unterstützen.
„Als Malteser im Ausland helfen? Ein Traum! Das wollte ich schon vor vielen Jahren gerne. Zusätzlich auch noch meinen Hauptberuf einsetzen zu können? Einfach großartig! Und schneller als ich gucken konnte, ging es dann auch schon los mit der Planung,“ schwärmte die Kielerin vor ihrer Abreise.

Erkennungszeichen Malteserschal

Gegen Mitternacht angekommen in Vilnius, war der Malteserschal das Erkennungszeichen. „Ich wurde sehr herzlich empfangen und habe mich sofort wohl gefühlt. Das Schönste war: Meine Gastfamilie war genauso aufgeregt wie ich, was für ein Glück! Alles war für mich vorbereitet, bis ins kleinste Detail. Das hat mich schon berührt. Es gab so spät nachts sogar noch etwas Warmes zu essen für mich, optional sogar vegetarisch, denn wir hatten vorher nicht darüber gesprochen, ob ich Fleisch esse. Glücklicherweise hat sich auch der Familienhund dazu entschieden mich zu mögen. Das hätte sonst ein langer Monat werden können,“ sagt Henriette Hirnstein mit einem Augenzwinkern nach ihrer Rückkehr in Kiel.

Gut investierte Zeit

Ihre vier Wochen Zeit hat sie vor allem in die Arbeit mit den Patienten investiert, sie zuhause besucht, gezielte Physiotherapiemaßnahmen angewendet und einfache Übungen vermittelt, die zukünftig eigenständig durchgeführt werden können. Besonders begeistert berichtet sie über zwei Tage, an denen sie in einem Pflegeheim, das von den Maltesern unterstützt wird, tätig war: „Hier habe ich großartige Kollegen und Patienten kennengelernt! Eine Patientin erzählte auf litauisch, dass ihr Mann mal in Deutschland war, sie allerdings kein Wort sprechen könne. Als wir dann mit ihr über den Flur gelaufen sind, fing sie plötzlich an "Schornsteinfeger ging spazieren" zu singen. Da habe ich mich natürlich drauf eingelassen und wir hatten alle eine Menge Spaß! Malteserkollegen habe ich in vielen verschiedenen Fachbereichen und auch an verschiedenen Standorten kennenglernt. Ich durfte so auch meinen Malteserhorizont erweitern und habe dort nicht nur physiotherapeutisch gearbeitet. Das war sehr spannend!“

Vertrauensvorschuss

Berührt und beeindruckt hat Henriette Hirnstein auch, wie viel Vertrauen Patienten und litauische Malteser ihr für ihre Arbeit entgegengebracht haben: „Das war eine sehr schöne Erfahrung, die mir gezeigt hat, wie wichtig es ist, wertschätzend miteinander umzugehen.“
Besonders im Gedächtnis bleiben werde ihr der zehnjährige Junge Kipras mit einer Cerebralparese (Bewegungsstörung aufgrund einer Hirnschädigung). Ihn und seine Mutter habe sie häufig zuhause besucht, um den Jungen zu behandeln. Für die Alltags-Tricks und die einfachen Übungen, die sie der Mutter vermittelt habe, hätte sie sehr viel Dankbarkeit zurückbekommen. Das habe sie in ihrer Arbeit sehr bestärkt. „Obwohl Kipras nicht sprechen kann und keiner weiß, wie viel er versteht, war er bei unserem letzten Treffen sehr traurig und wollte mich nicht aus der Tür gehen lassen. Ich war es auch und ich bin mir sicher, dass mich diese Begegnung nachhaltig prägen wird,“ so die Malteserin.

Malteser ist man nie allein

„Die Litauer sind ein echtes Team. Nicht nur bei den Maltesern, sondern überall. Jeder hilft jedem, egal, worum es geht. Das macht richtig Spaß! Und die Malteser sind voller Herzblut für das was sie tun und haben sich so gut wie nie über ihre Arbeit beschwert. Es geht immer darum, was man weiterentwickeln kann, wie das nächste Projekt umgesetzt werden kann und wie man noch mehr Menschen mit der Hilfe erreichen kann.“

Interesse geweckt? Weitere Informationen zum Programm „Skilled Volunteers“ bei Pia Schievink, Referentin Internationale Ehrenamtskooperation, pia.schievink(at)malteser(dot)org, Tel. 0221 9822-2102.

 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE94370601201201224108  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7